Der Ister  

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Train wreck at Montparnasse (October 22, 1895) by Studio Lévy and Sons.
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Train wreck at Montparnasse (October 22, 1895) by Studio Lévy and Sons.

"Der Ister" is a poem by Friedrich Hölderlin, the title of which refers to an ancient name for a part of the Danube River.

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Full text

Jetzt komme, Feuer! Begierig sind wir, Zu schauen den Tag, Und wenn die Prüfung Ist durch die Knie gegangen, Mag einer spüren das Waldgeschrei. Wir singen aber vom Indus her Fernangekommen und Vom Alpheus, lange haben Das Schickliche wir gesucht, Nicht ohne Schwingen mag Zum Nächsten einer greifen Geradezu Und kommen auf die andere Seite. Hier aber wollen wir bauen. Denn Ströme machen urbar Das Land. Wenn nämlich Kräuter wachsen Und an denselben gehn Im Sommer zu trinken die Tiere, So gehn auch Menschen daran.

Man nennet aber diesen den Ister. Schön wohnt er. Es brennet der Säulen Laub, Und reget sich. Wild stehn Sie aufgerichtet, untereinander; darob Ein zweites Maß, springt vor Von Felsen das Dach. So wundert Mich nicht, daß er Den Herkules zu Gaste geladen, Fernglänzend, am Olympos drunten, Da der, sich Schatten zu suchen Vom heißen Isthmos kam, Denn voll des Mutes waren Daselbst sie, es bedarf aber, der Geister wegen, Der Kühlung auch. Darum zog jener lieber An die Wasserquellen hieher und gelben Ufer, Hoch duftend oben, und schwarz Vom Fichtenwald, wo in den Tiefen Ein Jäger gern lustwandelt Mittags, und Wachstum hörbar ist An harzigen Bäumen des Isters,

Der scheinet aber fast Rückwärts zu gehen und Ich mein, er müsse kommen Von Osten. Vieles wäre Zu sagen davon. Und warum hängt er An den Bergen gerad? Der andre, Der Rhein, ist seitwärts Hinweggegangen. Umsonst nicht gehn Im Trocknen die Ströme. Aber wie? Ein Zeichen braucht es, Nichts anderes, schlecht und recht, damit es Sonn Und Mond trag im Gemüt, untrennbar, Und fortgeh, Tag und Nacht auch, und Die Himmlischen warm sich fühlen aneinander. Darum sind jene auch Die Freude des Höchsten. Denn wie käm er Herunter? Und wie Hertha grün, Sind sie die Kinder des Himmels. Aber allzugedultig Scheint der mir, nicht Freier, und fast zu spotten. Nämlich wenn

Angehen soll der Tag In der Jugend, wo er zu wachsen Anfängt, es treibet ein anderer da Hoch schon die Pracht, und Füllen gleich In den Zaum knirscht er, und weithin hören Das Treiben die Lüfte, Ist der zufrieden; Es brauchet aber Stiche der Fels Und Furchen die Erd, Unwirtbar wär es, ohne Weile; Was aber jener tuet, der Strom, Weiß niemand.




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